Pfarrkirche St. Nikomedes

Pfarrkirche St. Nikomedes

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Nach dem Abbruch der alten Stiftskirche des 968 gegründeten Kanonissenstiftes, begann man 1885 mit dem Bau der heutigen dreischiffigen Hallenkirche.

Der Architekt, Hilger Hertel der Ältere (geb. 1831, gest. 1900) ging aus der Kölner Dombauhütte hervor, wo er das Steinmetz- und Maurerhandwerk erlernt hatte. Er war der erste Diözesenbaumeister in Münster.

Errichtet wurde die Kirche aus Teutoburgerwald-Sandstein sowie Baumberger- und Bentheimer Sandstein. Das Reste der alten abgebrochenen Kirche wurden zum größten Teil wiederverwendet. Der Kirchenraum hat eine Gesamtlänge von 66 m, ist 26 m breit und 21 m hoch. Die Turmhöhe der Kirche beträgt 99 m. Sie ist damit eine der größten Hallenkirchen in Nordrhein-Westfalen.

1978 begann man damit die gesamte Kirche neu zu verglasen. Diese zeichnet sich vor allem durch ihre Lichtqualität aus. Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurde auch die bestehende Ausstattung entsprechend den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils geändert.

Die Glocken im Turm wurden von der alten Stiftskirche übernommen.
Zum Geläut zählen die

  • Salvator-Glocke (Ton:cis¹+3, Durchm.:1,394m)
  • Marienglocke (Ton:d¹+7, Durchm.:1,302m)
  • zweite Marienglocke (Ton:e¹+3, Durchm.:1,191m)
  • Schutzengelglocke (Ton:g²+7, Durchm.:0,545m)
  • Anna-/Agatha-/Nikomedes-Glocke (Ton:g²+7, Durchm.:0,518m)
  • Antoniusglocke (Ton:c³, Durchm.:0,368m)
  • Barbaraglocke (Stundenschlagglocke, Ton:d²+3, Durchm.:0,623m)
  • Viertelschlagglocke (Ton:h²+7, Durchm.:0,420m)
  • Die zwei Uhrenglocken befinden sich aussen an der Westseite des Turmes.

In der Nikomedeskirche wurde auch bis zu einem Diebstahl im Oktober 2013 das Stiftskreuz, ein ottonisches Kreuzreliquilar des ehemaligen Kanonissenstiftes, ausgestellt. Das Kreuz stammt aus dem 11. Jahrhundert. Es galt als bedeutendste ottonische Goldschmiedearbeit, die in Westfalen erhalten war. Das Kreuz wurde in Essen, wahrscheinlich in der Goldschmiedewerkstatt der Essener Äbtissin Theophanu gefertigt, wie durch Analyse von Pollen nachgewiesen wurde, die im Bienenwachs zwischen Holzkern und Goldblechen gefunden wurden.